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Dreistreifen Baumsteiger

 

 

 Epipedobates anthonyi

    

Harzer Roller aus dem Terrarium 

Was wächst denn da vor meiner Wohnung?
Was wächst denn da vor meiner Wohnung?
Männchen beim Morgengesang und damit bei der Reviererhaltung und Vorrangstellung innerhalb der Gruppe
Männchen beim Morgengesang und damit bei der Reviererhaltung und Vorrangstellung innerhalb der Gruppe

Epipedobates Arten leben ausschließlich auf der Pazifikseite der Anden, also zwischen Kolumbien und Nord-Peru und in einer Enklave in Pöttmes, bei meinem Freund Werner Krammer, bei dessem Artenreichtum Noahs Arche vor Neid erblassen würde. Zumindest was die Haltungsbedingungen angeht. Ihm habe ich diese schönen und interessanten Fröschchen zu verdanken.

Die Art Epipedobates anthonyi kommt ursprünglich aus SW-Ecuador und Peru in Höhen von 150 - 1400m über dem Meeresspiegel vor. Sie führen eine bodenbewohnende Lebensweise entlang von Bächen. 

Beim Dreistreifen Baumsteiger erreichen die Männchen eine Größe von 17-25mm und die Weibchen werden mit 19-27mm etwas größer und breiter.

Die Färbung kann innerhalb dieser Population stark variieren.

Mein aktuelles Terrarium für diese schönen und interessanten Fröschchen ist 45x45x45cm groß und schon mit einer Rückwand ausgestattet, die wiederum auf ihrer Rückseite zwei vertikal verlaufende Ausschnitte besitzt. 

Da das Terrarium im Laufe eines Tages mit relativ viel Wasser versorgt werden muß, um die Luftfeuchtigkeit auf einem Wert zwischen 80 und 100% zu halten, empfehlen viele Halter in den Boden des Terrariums einen Ablauf einzubauen. Also ein Loch in den Boden zu bohren und einen Schlauch hinein zu kleben, in dem das überschüssige Wasser ablaufen kann. Ich wollte mir die Arbeit nicht machen, außerdem zerstört so ein eingeklebter Schlauch völlig die Optik des Gesamteindruckes. 

Also habe ich die einfachste Lösung gewählt, die das "Exoterra" Terrarium vorgegeben hat. Durch vorgefertigte Öffnungen im Deckel konnte ich einen 4/6mm Luftschlauch im rückwändigen Ausschnitt bis in die Drainageschicht hinabführen. Falls sich zu viel Wasser in dieser Schicht ansammeln sollte, kann ich es absaugen, wie bei einem Wasserwechsel im Aquarium. Oder  beim Sprit Diebstahl am Auto ;-).

Gut zu erkennen ist die weiße Trennschicht aus Vlies.
Gut zu erkennen ist die weiße Trennschicht aus Vlies.

Als Drainageschicht verwende ich Hydroton. Als Zwischenschicht kann man spezielles Vlies oder ganz einfach Filterwatte aus der Aquaristik verwenden, so das sich die darüber ausgebrachte Kokoserde nicht mit dem Ton vermischen kann. Fertig  ist der Aufbau des Bodengrundes.

Als nächstes wird der Aufbau der "Bäume und Äste" ausprobiert. Bei Gefallen, sollte man sich die Positionen der eingebrachten Holzstücke, Korkäste und Korkröhren gut merken. 

Denn der folgende Schritt sollte das Aufbinden der Bromelien aufs Holz sein. Dazu nimmt man die Pflanzen aus ihren Verkaufstöpfchen, setzt sie auf einen Ast und fixiert sie mit Bindedraht. Anschließend kaschierte ich mit Moos die Wurzeln der Bromelie.



Beim Einsetzen der Pflanzen ist eines zu beachten. Es sollten einige großblättrige Pflanzen als Laichsubstrat für die Frösche angeboten werden. Zusätzlich verteilte ich Herbstlaub von Buche oder Eiche am Boden, um weitere Ablaichmöglichkeiten anzubieten. Für die restliche Bepflanzung ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Moose vermitteln uns den Eindruck von langjähriger Unberührtheit und Natürlichkeit. Den Fröschen dienen sie als Aufenthaltsmöglichkeit und schaffen außerdem ein hervorragendes Klima. 

In der rechten unteren Ecke kann man Anubia nana "Bonsai" erkennen. Ebenso auf Moos neben der Bromelienblüte.
In der rechten unteren Ecke kann man Anubia nana "Bonsai" erkennen. Ebenso auf Moos neben der Bromelienblüte.

Der Tatsache geschuldet, das die meisten aquaristisch relevanten Wasserpflanzen emers, also in Gewächshäusern mit 100% Luftfeuchtigkeit gezogen werden, habe ich drei Arten im Terrarium verarbeitet: Utricularia graminifolia, Hemianthus callitrichoides und Anubias nana "Bonsai". 

Ist alles so bepflanzt, wie man es sich vorgestellt hat, kommt als Abschlußschicht noch Repti Bark von Zoo Med zum Einsatz. Es ist als eines der bekanntesten und beliebtesten Substrate im Terrarium bekannt. Gewonnen wird es aus der Douglasie, einem immergrünen Baum, der Wuchshöhen von bis zu 60 Metern erreichen kann.

Feuchtigkeit kann damit aufgenommen und lange gespeichert werden, ohne dass sich Schimmel bildet. 

 

Links und rechts des Frosches ist Hemianthus callitrichoides gesetzt.
Links und rechts des Frosches ist Hemianthus callitrichoides gesetzt.

Feuchte Eichenblätter in einer Petrischale, über die eine Kokosnusshälfte gestülpt wurde, ist auch noch von mir im vorderen Drittel platziert worden. Somit habe ich eine weitere Ablaichmöglichkeit geschaffen.

Da Petrischalen aus zwei Hälften bestehen, habe ich die Zweite eben als kleinen Teich vor der Kokosnuss bereitgestellt. Dorthin wird das Männchen hoffentlich nach erfolgreicher Laichabgabe die jungen Quappen transportieren.

Als finales Zubehör wurde noch   eine Monsun RS 400 Regenanlage von Exoterra installiert, die tolle Einstellmöglichkeiten bietet. Stufenlos einstellbare Intervalle in Stunden sind ebenso möglich, wie die Sekunden der Beregnungsdauer. So muss man nur noch herausfinden, wie oft und wie lange man mit destilliertem Wasser beregnen muss, um genügend hohe Luftfeuchtigkeiten zu erhalten ohne eine Überschwemmung im Terrarium zu erzeugen. 

Momentane Einstellung: Alle 1,5 Std. wird für 16 Sekunden beregnet.

Eine von zwei Düsen
Eine von zwei Düsen
Terri während eines Regenschauers
Terri während eines Regenschauers

Das Exoterra Terrarium ist oben gänzlich mit Gaze ausgestattet, was nicht nur Vorteile in der Haltung von Fröschen bietet. Die Luftfeuchtigkeit wird somit nicht aufrecht erhalten. Nachdem ich die LED Beleuchtung von Waltron (daytime) auflegte, waren noch zu große offene Stellen vorhanden. Abhilfe schaffte ich hier mit Abdeckungen aus Plastikfolie, die entsprechend zugeschnitten wurde. An der Anzeige im Hintergrund kann man ablesen, das im Moment der Aufnahme eine Temperatur von 20°C (auch Zimmertemperatur) und eine Feuchtigkeit von 100% herrschte.

Im oberen Teil des Terrariums steigt die Temperatur im Tagesverlauf auf 22,7°C und die Feuchtigkeit sinkt auf 71%. Im unteren Bereich erreicht die Temperatur 21,6°C und 95% Luftfeuchtigkeit.

Es herrschen in einem Biotop durchaus ein Mikro- und ein Makroklima. Unter Mikroklima bezeichnet man das Klima in bodennahen Bereichen bis etwa zwei Meter Höhe. Nachvollziehen können wir Menschen diesen Umstand vielleicht am Besten, indem wir uns im Hochsommer (sofern es diesen noch geben sollte) in den Wald begeben. 

Wobei man hier auch noch berücksichtigen muss, das es nicht nur vom Dreistreifen Baumsteiger Hoch- und Tieflandpopulationen gibt. Hochlandtiere werden Aufgrund ihrer Herkunft etwas kühler gehalten, als ihre Verwandten in Meereshöhe. Der Dreistreifen Baumsteiger kommt in Höhen von 150 - 1400m vor.

Die unten stehenden Tabellen zeigen den mittleren Temperaturverlauf eines Jahres in Ecuador.

mittleres Temperaturmaximum in C° - Ecuador    
Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sept Okt Nov Dez
29,9 30,3 31 30,4 29,7 28,1 27,1 27 27,1 27,6 27,9 29,1

 Quelle: wetter.de

mittleres Temperaturminimum in C° - Ecuador    
Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sept Okt Nov Dez
22,3 22,5 22,5
22,5
22
20,9
20,1
19,4 19,4
19,8
20,4
21,4

Quelle: wetter.de

Das Diagramm von Loja soll lediglich die Niederschlagsmengen wiedergeben. Temperatur bitte nicht beachten.
Das Diagramm von Loja soll lediglich die Niederschlagsmengen wiedergeben. Temperatur bitte nicht beachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

www.klimadiagramme.de

 

Als Futter kommen zwei Arten Drosophila zum Einsatz. 

Drosophila melanogaster und Drosophila hydei. Wobei ich den Zuchtansatz von D. hydei von meinem langjährigen Freund Werner, mit sehr wertvollen Tips mitbekommen habe. Um Ausbruchsversuche der flugunfähigen Fliegen (oder Milben) zu vermeiden, stellt man die Zuchtboxen in Schalen mit etwas Wasser und gibt einen kleinen Schuss Spülmittel hinzu. Dieses verringert die Oberflächenspannung und die Ausbrecher ertrinken. Somit verschleppt man weder Ungeziefer noch Futtertiere. 


Auch als Futter und fast noch wichtiger als Bodenverbesserer haben sich Springschwänze (Folsomia candida) zum Animpfen des Bodens eingebürgert. 

Zuchtberichte und Anleitungen gibt es im www genügend, darum gibt es hier an dieser Stelle nicht noch ein Rezept.

4-5cm hoch feuchte Kokoserde, Springschwänze, Fischfutter und/oder Champignon dazu, Deckel drauf und fertig ist die Springschwanzzucht.
4-5cm hoch feuchte Kokoserde, Springschwänze, Fischfutter und/oder Champignon dazu, Deckel drauf und fertig ist die Springschwanzzucht.
Einsamer Springschwanz im Petrischalenteich auf einem rettenden Waldmoostrieb
Einsamer Springschwanz im Petrischalenteich auf einem rettenden Waldmoostrieb

Die Besonderheit bei Epipedobates anthonyi ist nicht nur seine "relativ einfache" Haltung. 

Pfeilgiftfrösche produzieren in der freien Natur durch die Aufnahme von Ameisen und anderen giftigen Futtertieren ihre äußerst wirkungsvollen Gifte. In der heimischen Terrarienhaltung jedoch verlieren diese Tiere ihre Giftigkeit, da sie mit ungiftigem Futter versorgt werden.

Bei im heimischen Biotop entnommenen Tieren wurde 1977 ein Stoff mit Opiat-ähnlicher Wirkung Namens Epibatidin entdeckt.

Dieser Stoff erwies sich 1992 als weitaus  schmerzstillender als Morphin, aber immer noch hochgiftig. Sollte dieses Schmerzmittel in den kommenden Jahren auf den Markt gebracht werden können, wird dem Mittel ein Umsatzpotenzial von ca. 40 Milliarden Dollar prophezeit. Das Land Ecuador hat bereits angekündigt, als Ursprungsland des Frosches hiervon etwas abhaben zu wollen.

Mein "goßes Inazuma Männchen"; mit Grüße an Werner
Mein "goßes Inazuma Männchen"; mit Grüße an Werner

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu skowronski (Donnerstag, 15 Januar 2015 22:17)

    Hallo
    Ich bin hin und weg nun von deinen Tieren und von deinen Terrarien wie schon gesagt ich möchte auch